Bioethik und Erwachsenenbildung

31.05.11
Menschenwürde und PID als Thema in der Bildungsarbeit

Insgesamt 24 ehren- und hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der KEB im Bistum Osnabrück sind im Mai zu einem Studientag unter dem Thema "Bioethik und Erwachsenenbildung" im Kloster Frenswegen bei Nordhorn zusammen gekommen.
Prof. Dr. Elmar Kos, Moraltheologe an den Unis Vechta und Osnabrück und selbst Mitglied im KEB-Vorstand, informierte einerseits über den gegenwärtigen Stand des Gesetzgebungsverfahrens zur Präimplantationsdiagnostik (PID) im Deutschen Bundestag. Darüber hinaus stellte er ausführlich die verschiedenen Argumentationen zu dieser Frage dar.
Befürworter der PID stützen sich im wesentlichen auf drei verschiedene Begründungszusammenhänge. Erstens wird mit einem Vergleich zur Pränataldiagnostik (PND) darauf verwiesen, dass es sich bei der PID um ein wesentlich schonenderes Verfahren handeln würde. Zweitens wird der scheinbare Wertewiderspruch eines PID-Verbots zur Rechtspraxis der Abtreibung ins Feld geführt. Schließlich wird mit einem Hinweis auf eine (mehr oder weniger) strenge Indikationsregelgung der Befürchtung entgegenzutreten versucht, die PID ermögliche eugenische Tendenzen.
Im Verlauf von Vortrag und Diskussion wurde deutlich, dass die Argumente für eine Zulassung der PID ethisch nicht verfangen, weil damit einhergeht, dass man einen Unterschied machen müsste zwischen dem moralischen Status eines Menschen und eines Embryos; eine solche Zäsur ist nicht plausibel zu ziehen.
Die PID verstößt eindeutig gegen die Menschenwürde und ist aus ethischer Sicht nicht akzeptabel. Die KEB wird sich zukünftig noch stärker der Thematik "Menschenwürde" widmen, um die gesellschaftliche Diskussion zu den verschiedenen Fragen, die das Thema berühren, qualifiziert zu begleiten.
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